Berlin: Die BVG feiert die Einweihung des Elektrobusdepots in Marienfelde

Berlin: Die BVG feiert die Einweihung des Elektrobusdepots in Marienfelde

Im Sommer 2025 begannen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit dem Bau eines neuen batterieelektrischen Busbetriebshofs in Marienfelde auf einem rund 6,6 Hektar großen Grundstück. Die Anlage ist ausschließlich für den Betrieb von batterieelektrischen Bussen konzipiert, geplant sind dort 220 Elektrobusse zu parken. Die Fertigstellung ist für nächstes Jahr geplant, zeitgleich mit der Inbetriebnahme des zweiten neuen Elektrobusdepots Berlins in Treptow. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, die uns per E-Mail zugesandt wurde, feierte die BVG die Abschlussfeierlichkeiten für die beiden Großprojekte im Abstand von nur drei Monaten.

Mit diesen beiden neuen Betriebshöfen schafft die BVG die notwendigen Kapazitäten für den Süden und Südosten der Stadt. Zusammen bieten die Standorte Platz für rund 440 batterieelektrische Fahrzeuge, fast ein Drittel der künftigen Elektrobusflotte. In der Säntisstraße in Marienfelde sind das Verwaltungsgebäude und die Servicehalle bereits baulich fertiggestellt. Rund 180 Mitarbeiter werden an diesem Standort künftig für einen stabilen und emissionsfreien Busbetrieb sorgen.

Das Depot wird insgesamt 209 Stromabnehmer-Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 150 kW umfassen, die für das Nachtladen von Elektrobussen vorgesehen sind. Wie in einem Rendering und einem animierten Video auf LinkedIn gezeigt, werden diese auf Rahmen in einem offenen Bereich montiert, um den einfachen Anschluss von Ladekabeln an geparkte Busse zu ermöglichen. Darüber hinaus wird es neun „Ultraschnellladestationen“ mit einer Leistung von bis zu 450 kW für den Fall geben, dass die Batterie eines Fahrzeugs schnell aufgeladen werden muss. Darüber hinaus wird die ARGE BVG Säntis eine Übergabestation, zwölf Wechselrichterstationen und neun Lademasten bauen. Das Depot wird auch das Laden von Doppeldeckerbussen unterstützen.

„Vor sieben Monaten befanden wir uns noch in einer Baugrube, und heute sieht es schon aus wie ein echter Betriebshof“, sagte BVG-Geschäftsführer Henrik Falk bei der Einweihungsfeier. „Das zeigt, wie ernst wir den Umstieg auf die Elektromobilität nehmen. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit den beiden Bauunternehmen liegen wir im Zeitplan und können hier im nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen. Die notwendigen Fahrzeuge sind bereits unterwegs. Wir legen eine wichtige Grundlage für die Stabilität des Bussystems und setzen klare Erwartungen für alle zukünftigen Projekte.“

Berlin: Die BVG feiert die Einweihung des Elektrobusdepots in Marienfelde

Wie beim neuen Depot Treptow wird auch am Standort Marienfelde ein spezielles Depotmanagementsystem zum Einsatz kommen. Dieses automatisierte System optimiert Fahrzeugeinsatz, Parken, Ladevorgänge und Wartungsintervalle.

Wichtig ist, dass die BVG neben dem Bau der beiden neuen Betriebshöfe auch die stadtweite Busladeinfrastruktur ausbaut, vor allem durch Stromabnehmer-Ladestationen an bis zu 20 Endhaltestellen.

Das Konzept ist einfach: Busse können während des regulären Betriebs aufgeladen werden und müssen zum Aufladen nicht zum Depot zurückkehren. Während die meisten Strecken täglich ohne Zwischenladung verkehren können, da die Anzahl der Batteriepakete (und damit die Reichweite) in der Regel auf den geplanten Einsatz abgestimmt ist, können Ladestationen an Endhaltestellen während Zwischenstopps zusätzliche Energie liefern, wenn der Batteriestand niedriger als erwartet ist. Für einige besonders lange Fahrten sind von Anfang an Ladepausen eingeplant, die nun auf der gesamten Strecke stattfinden können.

Parallel dazu schreitet die Elektrifizierung der BVG-Flotte voran: Derzeit sind rund 280 der rund 1.500 Busse der BVG-Flotte vollelektrisch unterwegs. Weitere 270 batterieelektrische Gelenkbusse sind bestellt, die ersten 70 sollen bis Sommer 2026 ausgeliefert werden. Als Übergangsmaßnahme will der Betreiber bis 2027 rund 500 Elektrobusse in Betrieb nehmen.

Allerdings hat die BVG ihr ursprüngliches Ziel einer vollständigen Elektrifizierung bis 2030 aufgeweicht: Seit einiger Zeit wird das Ziel als „die 2030er“ bezeichnet und es wird erwartet, dass HVO-Kraftstoff als Übergangslösung zum Einsatz kommt. Konkret geht Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG, davon aus, dass im Jahr 2035 batterieelektrische Busse einen Anteil von 80 bis 90 Prozent im Berliner Mobilitätssystem ausmachen werden, wobei für die restlichen 10 bis 20 Prozent HVO100-Kraftstoff aus Abfall- und Reststoffen als Option in Frage kommt.

Dies stellt eine Abkehr von den früheren, ehrgeizigeren Zielen der BVG dar. Eine ähnliche Lockerung der Elektrobus-Ziele – zumindest zeitlich gesehen – gab es im vergangenen Jahr in Hamburg.

Quelle: E-Mail-Informationen

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